Drei durchgerechnete Beispiele typischer Fahrtage — Stadtbus, Fernverkehr und zwei Tage hintereinander — mit den konkreten Pausen und Ruhezeiten, die nach der Verordnung 561/2006 erforderlich sind.
Einleitung
Die Lenk-/Ruhezeitregeln der Verordnung (EG) 561/2006 können einfach wirken, aber die Fallstricke entstehen in der Praxis — besonders auf langen Fahrten mit wechselnder Fahrgastzahl und unfreiwilligen Verspätungen. Hier gehen wir drei typische Situationen mit konkreten Zahlen durch.
Beispiel 1 — Stadtbus, 8-Stunden-Schicht
Du beginnst um 06:00 Uhr. Um 10:30 Uhr bist du 4,5 Stunden ohne Pause gefahren. Du MUSST jetzt mindestens 45 Minuten Pause machen (oder sie als 15 + 30 min aufteilen, aber nur in dieser Reihenfolge). Du machst 45 min Pause (10:30–11:15 Uhr). Du fährst weiter, und um 14:45 Uhr bist du weitere 3,5 Stunden gefahren. Tägliche Lenkzeit: 8 Stunden — die Schicht läuft von 06:00–14:45, also 8,75 Stunden inklusive Pause, es ist also Luft. Denk daran: Die Pause ist kein Teil der Lenkzeit.
Beispiel 2 — Fernbus, 10-Stunden-Tag (verlängert)
Du nutzt die verlängerte tägliche Lenkzeit von 10 Stunden (höchstens 2-mal pro Woche zulässig). Start um 07:00 Uhr. Pause 1: um 11:30 Uhr (nach 4,5 Std.), 45 min → zurück um 12:15 Uhr. Pause 2: um 16:45 Uhr (nach weiteren 4,5 Std.), 45 min → zurück um 17:30 Uhr. Um 18:30 Uhr bist du bei 10 Stunden Lenkzeit — Schluss. Danach sind 11 Stunden tägliche Ruhezeit erforderlich (oder 9 Stunden, wenn es eine der zulässigen Verkürzungen ist — aber behalte im Blick, wie viele du in dieser Woche schon genutzt hast).
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