Hintermauerwerk und leichte Trennwände werden heute oft aus Blähton- oder Porenbetonsteinen mit Dünnbett-/Klebemörtel gemauert. Das ist eine andere Technik als Ziegel mit KC-Mörtel: erste Schicht in Mörtel, Steine mit dünner Fuge verklebt, enge Toleranzen und Staubschutz beim Trockenschneiden.
Einleitung
Ein großer Teil der Hintermauerung und der leichten Trennwände im modernen Bauen wird nicht in Ziegel mit KC-Mörtel gemauert, sondern in großen Leichtbetonsteinen, die mit einer dünnen Fuge verklebt werden. Das ist schneller — die Steine sind groß — aber es ist auch eine andere Handwerkstechnik mit eigenen Anforderungen an Toleranzen und Staub. Zwei Materialfamilien dominieren: Blähtonbeton und autoklavierter Porenbeton.
Zwei Blocktypen — DS/EN 771-3 und 771-4
Leichtbetonsteine mit Zuschlag (Blähton, z. B. Leca) werden nach DS/EN 771-3 deklariert. Sie sind porös und robust und werden für Hintermauerwerk, Fundamentsteine und tragende Wände verwendet. Autoklavierter Porenbeton (AAC, z. B. Ytong/H+H Celcon) wird nach DS/EN 771-4 deklariert. Porenbeton ist sehr leicht und dämmend und lässt sich mit der Handsäge sägen. Beide sind CE-gekennzeichnet mit einer DoP, aus der Dichte, Druckfestigkeit, Steingruppe und Toleranzkategorie hervorgehen.
| Blocktyp | Standard | Note |
|---|---|---|
| Blähtonbeton (Zuschlag) | DS/EN 771-3 | Zuschlag aus Blähton (Leca); robuste Hintermauer und Fundamentblöcke |
| Autoklavierter Porenbeton (AAC) | DS/EN 771-4 | Sehr leicht, dämmend; lässt sich leicht sägen, für leichte Trennwände und Hintermauerwerk |
Dünnbettfuge und Klebemörtel
Die Blöcke werden mit Dünnbettmörtel (Klebemörtel) statt mit einer gewöhnlichen 10–12 mm Fuge wie bei Ziegeln versetzt. DS/EN 998-2 definiert Dünnbettmörtel als Mörtel für Fugen von höchstens etwa 3 mm (typisch 1–3 mm). Der Kleber wird mit einem Klebekamm, einer Zahnkelle oder einem Klebeschlitten aufgetragen, der auf die Blockbreite abgestimmt ist, damit die Fuge gleichmäßig dünn und vollflächig deckend wird. Die dünne Fuge setzt maßhaltige Blöcke und einen völlig ebenen Untergrund voraus.
Die erste Schicht in Mörtel — sie trägt den Rest
Die allererste Schicht wird in einem gewöhnlichen, dickeren Ausgleichsmörtel auf Fundament/Sockel gelegt, damit sie ganz genau waagerecht und in der Flucht steht. Diese Schicht trägt die Genauigkeit der ganzen Wand: Ist die erste Schicht schief, kann die Dünnbettfuge den Fehler nicht ausgleichen, und die Schiefe pflanzt sich durch alle Schichten nach oben fort. Danach werden die folgenden Schichten mit Dünnbettmörtel verklebt.
Toleranzen — die Dünnbettfuge verzeiht nichts
Gerade weil die Fuge nur 1–3 mm beträgt, lässt sich ein schiefer Block nicht in der Fuge ausrichten, wie es bei der dicken Fuge des Ziegels möglich ist. Die Blöcke sind deshalb maßhaltig hergestellt (die Toleranzkategorie steht in der DoP), und der Schichtenverlauf wird laufend mit Wasserwaage und Richtscheit kontrolliert. Kleine Höhenunterschiede zwischen Blöcken werden mit einem Schleifbrett plan geschliffen oder geraspelt, bevor die nächste Schicht aufgeklebt wird.
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