Zum Inhalt springen
← Techniken

Verband und Schichtung

Läufer-, Block- und Kreuzverband mit gleichen Schichten

Der Verband ist das Muster, in dem die Steine von Schicht zu Schicht versetzt werden, damit die Stoßfugen nicht übereinanderliegen — das gibt der Mauer Festigkeit und bestimmt das Aussehen. Die Anleitung zeigt, wie du den Verband wählst, die Schichtschnur spannst und eine regelmäßige Schichtenfolge einhältst, bei der die Schichthöhe reine Geometrie aus Stein und Fuge ist.

  1. Verband nach dem Projekt wählen

    Wähle den Verbandtyp nach dem Projekt und dem gewünschten Erscheinungsbild. Der Läuferverband (der häufigste) versetzt um eine halbe Steinlänge pro Schicht. Der Blockverband wechselt Binder- und Läuferschichten mit halber Versetzung. Der Kreuzverband ist wie der Blockverband, aber die Binderschichten werden um einen Viertelstein versetzt, sodass die Stoßfugen ein Kreuz-/Diagonalmuster bilden.

    Läufer½ Steinlänge VersatzBlock½ VersatzKreuzung¼ Versatz
  2. Schichthöhe berechnen

    Schichthöhe = Steinhöhe + eine Lagerfuge. Für den dänischen Normalstein (DF, sichtbare Höhe 54 mm) mit 12 mm Lagerfuge ergibt das 66 mm pro Schicht. Der Verband ändert nur den waagerechten Versatz — nicht die Schichthöhe.

    Schichthöhe (DF)66 mm (54 + 12)
  3. Anzahl der Schichten bis zur Zielhöhe berechnen

    Teile die Sollhöhe durch die Schichthöhe, um die Anzahl ganzer Schichten und einen eventuellen Rest zu erhalten. Geht die Sollhöhe nicht in ganzen Schichten auf, wird die Lagerfuge innerhalb der Toleranz (8–16 mm in normaler Überwachungsklasse) leicht angepasst, oder die Höhe wird mit dem Planer abgestimmt — besser das, als oben mit einer halben Schicht zu enden.

    Plane Höhenkoten (Fensteröffnungen, Anschläge, Schwellen) von Anfang an in ganzen Schichten, damit du Passschichten in sichtbaren Bereichen vermeidest.

  4. Zuerst die Ecken hochmauern

    Mauere zuerst die Ecken (Mauerecken) mit der Richtlatte lotrecht hoch und prüfe die Schichthöhe auf beiden Seiten. Die Ecken sind die Referenz für die gesamte Mauer — sind sie im Lot und in der Schicht, kann der Rest nach der Schnur gemauert werden.

  5. Die Mauerschnur spannen und die Flucht halten

    Spanne die Mauerschnur für jede Schicht straff zwischen den Ecken und mauere bis an die Schnur, ohne sie zu berühren. Die Schnur hält sowohl die Höhe (Schichtfolge) als auch die Flucht (lotrechte Ebene), sodass die Fassade eben und gleichmäßig wird.

  6. Versatz pro Schicht antragen

    Beginne jede neue Schicht mit dem gewählten Versatz, damit die Stoßfugen in zwei Schichten nie übereinander liegen. Im Läuferverband bedeutet das einen halben Stein (z. B. ein Viertelstein-Stück oder einen halben Stein am Ende), sodass das Muster an Ecken und Öffnungen aufgeht.

  7. Stoß- und Lagerfuge gleich halten

    Halte Stoß- und Lagerfuge durchgehend gleich, normalerweise 12 mm (das Nennmaß der Normalfuge). Gleichmäßige Fugen ergeben einen ruhigen Schichtverlauf — ungleiche Fugen sieht man deutlich an der fertigen Fassade.

    Stoßfuge12 mm (8–20 mm)Lagerfuge12 mm (8–16 mm)

Quelle

Erstellt nach Discebo-Maurer «Forbandt og fuger» + dem Ziegelverband-Rechner; Mur & Tag Aufmauern (mur-tag.dk/udfoerelse/opmuring) und DS/EN 771-1 (Steinmaße).

Videos von NDLA

Video-Anleitung· Ton auf Norwegisch

Muring av rullskift

Quelle

NDLA

«Muring av rullskift» · Urheber: John Gunnar Johnsrud · Urheber: Frode Andre Sletholen

Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Original bei NDLA ↗

Unverändert in der Originalsprache mit den eigenen Untertiteln der Quelle gezeigt. Das Video zeigt die norwegische Praxis — die Methode ist oft dieselbe, aber Regeln und Normen können von den dänischen abweichen.

Zurück und weiter