Feuchtigkeit & Fundament
Sockelpappe und Feuchtigkeitssperre
Zweischichtprinzip, Höhe über Gelände, Gefälle und Radondichtheit
Die Feuchtigkeitssperre (Mauersperrbahn/Membran) am Fundament ist die wichtigste Feuchtigkeitsbarriere des Maurers: Ohne sie zieht aufsteigende Bodenfeuchte ins Mauerwerk. Im zweischaligen Mauerwerk wird sie zweilagig ausgeführt, und im Zusammenspiel mit einer luftdicht ausgeführten Schicht kann sie auch zum Radonschutz nach BR18 § 332 beitragen. BR18 stellt Funktionsanforderungen — die genannten Maße sind branchenübliche Richtwerte.
Pappbreite nach der Mauerdicke wählen
Mauerpappe wird in den Breiten 5 / 11 / 15 / 20 / 30 cm geliefert. Wähle eine Breite, die der Mauerdicke entspricht, damit die Membran den gesamten Mauerquerschnitt dort abdeckt, wo sie liegt.
Lieferantenbreiten5 / 11 / 15 / 20 / 30 cmUntere Lage auf das Fundament legen
Lege die unterste Lage über die volle Breite und Länge des Fundaments. Sie kann unter die Bodenplatte geführt und mit dem Radonschutz kombiniert werden (Schutz gegen aufsteigende Feuchte aus dem Untergrund, BR18 § 337), sodass Feuchte- und Radonsperre zusammenhängen.
Die obere Lage an der Hintermauer hochführen
Im zweischaligen Mauerwerk wird die obere Lage von der Vorderseite der Vormauerschale zur Rückseite der Hintermauerschale geführt und mindestens zwei Schichten an der Hintermauerschale hochgezogen. So wird Feuchtigkeit, die auf die Membran trifft, zur Vormauerschale abgeleitet statt in die Konstruktion.
An der Hintermauer hochmind. 2 SchichtenDer oberen Lage Gefälle zur Vormauer geben
Lege die obere Lage mit einer Neigung von mindestens 20° zur Vormauer, damit Wasser nach außen und nicht nach innen geleitet wird. Das Gefälle ist empfohlene Praxis (Mur & Tag) — an sich nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber entscheidend dafür, dass die Membran tatsächlich entwässert.
Gefälle zur Vormauerschalemind. 20°Höhe über dem Gelände einhalten
Bringe die Feuchtesperre mindestens 150 mm über dem umgebenden Gelände an, als Schutz gegen Spritzwasser und kapillares Saugen. Das Maß ist ein branchenüblicher Richtwert — BR18 stellt eine Funktionsanforderung, keine feste Kote — aber 150 mm ist die verbreitete Praxis.
Über Geländemind. 150 mm (Richtw.)Stöße verkleben und luftdicht machen
Überlappe die Stöße mindestens 100 mm und verklebe sie mit Bitumenkleber. Mache die Membran an allen Durchführungen luftdicht — das ist sowohl Feuchte- als auch Radonabdichtung, vgl. BR18 § 332 (Radonkonzentration max. 100 Bq/m³).
Überlappungmind. 100 mmRadon (BR18)max. 100 Bq/m³Drainagelöcher an der Membran anbringen
Lass offene Stoßfugen (Entwässerungsöffnungen) direkt auf der Membran in der Vormauerschale stehen, damit Wasser auf der Membran aus dem Hohlraum abfließen kann. Achte darauf, dass die Öffnungen beim Aufmauern nicht mit Mörtel verstopfen.
Quelle
Erstellt nach Discebo-Maurer «Standardlösung: Sockelpappe» + «Feuchtesperre und Sockelpappe»; Mur & Tag (mur-tag.dk/fugtspaerre-ved-fundament), BR18 § 332, SBi-Anleitung 233, BR18 § 337.