Fliesen & Nassräume
Nassräume: Abdichtung und Fliesen
MK-zugelassenes System, Gefälle, Dichtband und C2-Kleber
Ein Nassraum wird immer als ein vollständiges, zugelassenes System ausgeführt: Grundierung → Abdichtung → Kleber → Fugenmörtel aus derselben MK-Zulassung. Die Anleitung folgt dem Ablauf von der Untergrundprüfung und dem Gefälle über Flüssigabdichtung, Dichtband und Manschetten bis zum Fliesenkleber und zur Endkontrolle — nach BR18 § 339 und SBi-Anleitung 252.
Untergrund prüfen
Der Untergrund muss fest, stabil, staubfrei und eben sein. Mulden dürfen höchstens 1 mm tief auf 250 mm Länge sein (SBi 252). Ein instabiler oder unebener Untergrund muss ausgebessert werden, bevor die Membran aufgetragen wird — die Membran gleicht keine Fehler aus.
Muldenmax. 1 mm / 250 mmGefälle im Unterboden herstellen
Das Gefälle muss vor dem Fliesenlegen im Unterboden vorhanden sein — Richtwert mindestens 1 % (10 mm/m) allgemein und mindestens 2 % (20 mm/m) im Dusch-/Wannenbereich (die BR18 verlangt ausreichendes Gefälle, aber keine Prozentzahl). Ein Gefälle auf den Fliesen kann einen ebenen Unterboden nicht retten.
Gefälle allgemein (Richtwert)mind. 1 %Duschbereich (Richtwert)mind. 2 %Ein einziges MK-zugelassenes System wählen
Verwende ein vollständiges MK-zugelassenes (ETA-Danmark) oder ETA/TGA-dokumentiertes Nassraumsystem, bei dem Grundierung, Abdichtung, Kleber und Fugenmörtel aus derselben Zulassung stammen. Mische keine Komponenten aus verschiedenen Zulassungen — sonst entfällt die Dokumentation.
Untergrund grundieren
Grundiere den Untergrund mit der Grundierung des Systems nach Anweisung der MK-Zulassung. Die Grundierung bindet Staub und reguliert das Saugverhalten, damit die Abdichtung korrekt haftet und aushärtet.
Die Flüssigabdichtung in zwei Schichten auftragen
Trage die Flüssigabdichtung in mindestens 2 Schichten auf, bis zu einer fertigen Gesamtdicke von in der Regel mindestens 1 mm — die MK-Zulassung des Herstellers ist für die genaue Anforderung maßgeblich. Lass jede Schicht die angegebene Zeit trocknen, damit die Schicht gleichmäßig und dicht wird.
Schichtmind. 2Fertige Dicketypisch ≥ 1 mmEcken, Übergänge und Durchführungen sichern
Verstärke alle Ecken und Übergänge (Boden/Wand) mit Dichtband aus dem System, eingebettet in die erste Membranschicht, und setze Manschetten an allen Rohrdurchführungen. In der wasserbelasteten Bodenzone dürfen keine Rohrdurchführungen sein (BR18 § 339).
Den gesamten wasserbelasteten Bereich abdecken
Die Abdichtung muss den gesamten wasserbelasteten Bereich abdecken: In diesem Teil des Raums müssen Wände und Wandbekleidungen, einschließlich Anschlüssen und Rohrdurchführungen, wasserdicht sein (BR18 § 339). Wie weit der Bereich über die Duschnische hinausreicht und ob am Ablauf Folie mit Klemmring nötig ist, steht in der SBi-Anleitung 252 und in der konkreten MK-Zulassung — prüfe immer deren Geltungsbereich.
AnforderungBR18 § 339Fliesenkleber min. C2 wählen
Verwende Fliesenkleber mindestens der Klasse C2 (Haftung ≥ 1,0 N/mm²) gemäß DS/EN 12004-1:2017 — das ist die Mindestanforderung in Nassräumen nach SBi-252-Praxis. Wähle C2 S1/S2 bei Fußbodenheizung, großen Fliesen und Konstruktionen mit Bewegung.
Min. KlasseC2 (≥ 1,0 N/mm²)Elastische Bewegungsfugen herstellen
Lege elastische Bewegungsfugen in allen Ecken und Übergängen an: Breite min. 6 mm, gefüllt mit Silikon gemäß DS/ISO 11600. Die normalen Fliesenfugen werden nach dem Aushärten des Klebers mit zementbasiertem Fugenmörtel aus dem System verfugt.
Bewegungsfugemind. 6 mmEndkontrolle durchführen
Miss das Bodengefälle zum Ablauf (Richtwert mind. 1 % allgemein, mind. 2 % im Duschbereich) mit Wasserwaage und Zollstock und prüfe visuell: keine gerissenen Fliesen, gleichmäßige Fugen und geschlossene, elastische Bewegungsfugen. Fülle das Endkontrollformular (x.500) aus.
QS-Formularx.500 (Gefällemessung)
Quelle
Erstellt nach Discebo-Maurer «Checkliste: Nassraum» + «Nassraumabdichtung»; BR18 § 339, SBi-Anleitung 252, BYG-ERFA 50-21-02-05, DS/EN 12004-1:2017, DS/ISO 11600, MK-Zulassung (ETA-Danmark).