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Fliesenbelag auf dem Boden

Gefälleplan, Mittellinie, Kleberwahl und Verfugung

Die Standardreihenfolge für Bodenfliesen: den Raum klären, Gefälle herstellen, Mittellinie und Verlegerichtung festlegen, die richtige Kleberklasse wählen (DS/EN 12004-1), die Fliesen waagerecht mit gleichmäßigen Fugen verlegen und mit Bewegungs- und Fliesenfugen abschließen. Handelt es sich um einen Nassraum, gilt zusätzlich die Nassraum-Anleitung.

  1. Klären, ob der Boden ein Nassraum ist

    Kläre zuerst, ob der Boden ein Nassraum ist (BR18 § 339). Ist das der Fall, muss ein MK-zugelassenes Abdichtungssystem ausgeführt werden — folge der Anleitung «Nassraum: Abdichtung und Fliesen», bevor du Fliesen verlegst.

  2. Gefälleebene zum Abfluss herstellen

    Sorge für Gefälle zum Ablauf. BR18 § 339 verlangt, dass Wasser auf dem Boden zu einem Bodenablauf abgeleitet wird, hat aber keine Prozentvorgabe; als Richtwert werden mindestens 1 % (10 mm/m) allgemein und mindestens 2 % (20 mm/m) im Dusch-/Wannenbereich verwendet. Das Gefälle wird im Unterboden hergestellt und vor dem Fliesenlegen mit Wasserwaage und Zollstock geprüft.

    Gefälle allgemein (Richtwert)mind. 1 % (10 mm/m)Duschbereich (Richtwert)mind. 2 % (20 mm/m)
  3. Mittellinie und Verlegerichtung festlegen

    Lege Mittellinie und Start-/Endposition so fest, dass die Randstreifen nicht schmaler als eine halbe Fliesenbreite werden und schmale Streifen an Eingängen und sichtbaren Wänden vermieden werden. Eine gute Formatplanung ergibt ein ruhiges Fugenbild und weniger Verschnitt.

    Lege die Fliesen zuerst trocken (ohne Kleber) als Probereihe aus, um den Fliesenplan zu kontrollieren, bevor du Kleber anmischst.

  4. Fliesenkleber nach Klasse wählen

    Wähle den Kleber gemäß DS/EN 12004-1: C1 für trockene Böden mit leichten Fliesen, C2 (Haftung ≥ 1,0 N/mm²) mit Verformbarkeit S1/S2 für Nassräume, Fußbodenheizung und große/schwere Fliesen. Verwende Kleber aus der Systemzulassung oder prüfe die Verträglichkeit mit dem Membranhersteller.

    C2Haftung ≥ 1,0 N/mm²S1 / S2verformbar / hoch verformbar
  5. Kleber aufkämmen und offene Zeit beachten

    Ziehe den Kleber mit einer Zahnspachtel in der Zahngröße auf, die die Fliese erfordert, und trage nur so viel auf, wie du fliesen kannst, bevor die offene Zeit abläuft. Berücksichtige die Temperatur — Wärme und Zugluft verkürzen die offene Zeit deutlich.

  6. Bei großen Fliesen für vollflächige Auflage sorgen

    Große Formate (typischerweise über 30 × 30 cm) erfordern einen S1/S2-Kleber, der Bewegungen des Untergrunds aufnehmen kann, und oft das Buttering-Floating-Verfahren (Kleber auf Untergrund und Fliesenrückseite), um Hohlräume unter der Fliese zu vermeiden. Hohlräume führen unter Belastung zu Bruchgefahr.

    Große Fliesen> 30 × 30 cm → S1/S2
  7. Fliesen mit gleichmäßigen Fugen im Wasser verlegen

    Verlege die Fliesen im gewählten Verband mit gleichmäßigen Fugenbreiten — 2–3 mm bei kleinen Fliesen und 3–5 mm bei großen — und verwende Fugenkreuze/Abstandhalter. Kontrolliere laufend mit der Wasserwaage über mehrere Fliesen, dass die Fläche fluchtet und ohne Kantenversatz im Wasser ist.

    Kleine Fliesen2–3 mm FugeGroße Fliesen3–5 mm Fuge
  8. Bewegungsfugen herstellen

    Lege elastische Bewegungsfugen in allen Ecken und Übergängen (Boden/Wand, Wand/Wand) und in Dehnungsfeldern an: Breite min. 6 mm und Tiefe ca. 2/3 der Breite (BYG-ERFA, Richtwert). Fülle sie mit Silikon gemäß DS/ISO 11600.

    Bewegungsfugemind. 6 mm breitTiefeca. 2/3 der Breite
  9. Verfugen und reinigen

    Entferne Kleberreste von den Fugenflanken, bevor du verfugst, und verfuge die starren Fugen nach dem Aushärten des Klebers mit zementärem Fliesenfugenmörtel. Wasche die Fliesen vom Fugenschleier sauber, solange sich die Fuge noch bearbeiten lässt.

Quelle

Erstellt nach Discebo-Maurer «Prozess: Bodenfliesen»; DS/EN 12004-1:2017 (Fliesenkleber), DS/ISO 11600 (Fugendichtstoff), BR18 § 339 (Ableitung zum Bodenablauf) + SBi 252 (Richtwerte für das Gefälle).

Videos von NDLA

Video-Anleitung· Ton auf Norwegisch

Fliseverktøy

Quelle

NDLA

«Fliseverktøy» · Urheber: John Gunnar Johnsrud · Lieferant: Frode Andre Sletholen

Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Original bei NDLA ↗

Unverändert in der Originalsprache mit den eigenen Untertiteln der Quelle gezeigt. Das Video zeigt die norwegische Praxis — die Methode ist oft dieselbe, aber Regeln und Normen können von den dänischen abweichen.

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