Mörtel & Putz
Auskratzen und anschließendes Verfugen
Auskratztiefe, Verdichtung und Temperaturanforderungen
Sichtmauerwerk kann sofort verfugt werden (Fugenglattstrich) oder nachträglich, wobei die Fugen ausgekratzt und danach gefüllt werden. Nachträgliches Verfugen ergibt eine dichtere, haltbarere Fuge und ist besonders im Winterhalbjahr vorzuziehen. Die Anleitung behandelt Auskratztiefe, Wahl des Fugenmörtels, Verdichtung und Temperaturanforderungen.
Methode wählen: Fugenglattstrich oder nachträgliche Verfugung
Entscheide, ob die Fuge beim Aufmauern hergestellt oder ausgekratzt und nachträglich verfugt wird. Nachträgliches Verfugen ist besonders im Winterhalbjahr in Zeiten mit Frostgefahr vorzuziehen, weil das Verfugen selbst auf frostfreies Wetter warten kann.
Fugen ausreichend tief auskratzen
Bei neuem Mauerwerk muss die Auskratztiefe mindestens 13 mm ab der fertigen Fugenoberfläche betragen, damit Platz für eine gut verdichtete Fuge ist. Beim Neuverfugen von älterem Mauerwerk wird tieferes Ausfräsen empfohlen — im vollen Querschnitt bis ca. 20 mm — für größere Haltbarkeit.
Neues Mauerwerk≥ 13 mmNeuverfugungbis ca. 20 mmFugenmörtel nach Beanspruchung wählen
Verfuge mit einem Mörtel, der zur Expositionsklasse der Mauer passt (DS/EN 998-2). Eine vor Schlagregen geschützte Außenwand (MX3.1) stellt andere Anforderungen als eine Schlagregen ausgesetzte Fassade oder eine Sockelzone mit Spritzwasser (MX3.2) — wähle den Fugenmörtel entsprechend.
NormDS/EN 998-2Die Fuge reinigen und vornässen
Entferne loses Material und Staub aus den ausgekratzten Fugen und nässe leicht vor, damit die Steine dem Fugenmörtel nicht das Wasser entziehen. Eine saubere, mattfeuchte Fuge ergibt die beste Haftung.
Mörtel einfüllen und verdichten
Bringe den Fugenmörtel ein und drücke ihn so fest bis zum Grund der Fuge, dass er wirksam verdichtet wird — verwende Fugenkelle/Fugeisen. Gute Verdichtung ist der Schlüssel zu einer dichten, schlagregensicheren Fuge ohne Hohlräume hinter der Oberfläche.
Fugenprofil gleichmäßig bearbeiten
Ziehe das Fugenprofil in einem einheitlichen Bild ab (z. B. leicht zurückliegend oder glatt gestrichen). Ein gleiches Fugenprofil über die gesamte Fläche ist für das Fassadenbild genauso wichtig wie eine gleiche Fugenbreite.
Temperatur- und Frostanforderungen einhalten
Untergrund und Materialien müssen eine Temperatur von mindestens +5 °C haben, damit der Mörtel ausreichend schnell erhärten kann. Verfugt werden sollte erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht — genau deshalb ist das nachträgliche Verfugen im Winter ein Vorteil.
Min. Temperatur+5 °C
Quelle
Erstellt nach Mur & Tag (mur-tag.dk/udfoerelse/fuger-i-murvaerk/udkradsning-og-fugning) und DS/EN 998-2; die Zuordnung der Frostklasse gemäß dem Frostklassen-Guide von Discebo-Maurer.
Videos von NDLA
Video-Anleitung· Ton auf Norwegisch
Pinnespekk
Quelle
NDLA
«Pinnespekk» · Drehbuch: John Gunnar Johnsrud · Lieferant: Frode Andre Sletholen
Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Original bei NDLA ↗
Unverändert in der Originalsprache mit den eigenen Untertiteln der Quelle gezeigt. Das Video zeigt die norwegische Praxis — die Methode ist oft dieselbe, aber Regeln und Normen können von den dänischen abweichen.