Dänische Umweltzonen stellen Anforderungen an die Euro-Norm und den Partikelfilter von Bussen, und die Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs verändert den Beruf. Hier sind die Regeln für schwere Dieselbusse in den Umweltzonen, was die Euro-Normen bedeuten und was Elektro- und Hybridbusse von der Fahrerin oder dem Fahrer verlangen — inkl. Hochspannungssicherheit.
Einleitung
Zwei Dinge bestimmen das Verhältnis des Busses zur Luftverschmutzung: die Umweltzonen, die entscheiden, ob der Bus überhaupt in die größeren Städte hineinfahren darf, und die Euro-Abgasnormen, die bestimmen, wie sauber ein Dieselbus fährt. Hinzu kommt die Elektrifizierung, die dabei ist, sowohl den Bus als auch den Arbeitstag und die Sicherheitsanforderungen zu verändern. Umwelt- und Verkehrssicherheit sind Teil des Fachbereichs Sicherheit, Service und Umwelt der Grundqualifikation.
Umweltzonen — wo und was
Dänemark hat Umweltzonen in den fünf größten Städten: Kopenhagen, Frederiksberg, Odense, Aarhus und Aalborg. Für schwere Dieselfahrzeuge über 3.500 kg — also Busse und Lastwagen — traten die verschärften Umweltzonenanforderungen am 1. Juli 2020 in Kraft. Die Hauptregel lautet, dass ein älterer Dieselbus entweder mindestens die Euronorm VI erfüllen oder einen wirksamen, zugelassenen Partikelfilter nachgerüstet haben muss, um legal in einer Umweltzone fahren zu dürfen.
- 01Die Umweltzonen liegen in København, Frederiksberg, Odense, Aarhus und Aalborg.
- 02Schwere Dieselbusse (über 3.500 kg) müssen mindestens Euro VI erfüllen ODER einen zugelassenen Partikelfilter haben.
- 03Ein Bus, der Euro VI erfüllt, gilt an sich schon als Erfüllung der Partikelfilteranforderung.
- 04Die Kontrolle erfolgt automatisch über die Kennzeichenerkennung gegen das dänische Fahrzeugregister — keine Plakette in der Scheibe.
Die Euro-Normen — was bedeutet die Zahl?
Die Euro-Abgasnormen legen fest, wie viel ein Dieselmotor unter anderem an Stickoxiden (NOx) und Partikeln ausstoßen darf. Für schwere Fahrzeuge werden die Normen mit römischen Ziffern geschrieben (Euro I bis Euro VI), während Pkw und Lieferwagen arabische Ziffern verwenden (Euro 1-6). Euro VI ist die geltende, strengste Norm für schwere Fahrzeuge und ist in der Verordnung (EG) 595/2009 festgelegt. Je höher die Norm, desto sauberer der Motor — Euro-VI-Busse haben typischerweise sowohl Partikelfilter als auch SCR-Katalysator, der mit AdBlue NOx reduziert.
| Norm | Fahrzeugtyp | Anmerkung |
|---|---|---|
| Euro I-V | Ältere schwere Fahrzeuge | Erfordert typischerweise einen Partikelfilter für die Umweltzone |
| Euro VI | Neuere Dieselbusse | Geltende Norm; erfüllt für sich allein die Anforderungen der Umweltzone |
| Nullemission (Elektro/Wasserstoff) | Elektrobus, Wasserstoffbus | Kein Auspuff; nicht von Emissionsanforderungen erfasst |
Der Sprung von Euro V zu Euro VI — in Zahlen
Die Grenzwerte für schwere Motoren werden in Milligramm (oder Gramm) pro kWh Motorarbeit angegeben, gemessen über festgelegte Testzyklen. Euro V wurde im stationären ESC- und im transienten ETC-Zyklus gemessen, während Euro VI (Verordnung (EG) 595/2009 mit der Durchführungsverordnung (EU) 582/2011) im WHSC (stationär) und im WHTC (transient) gemessen wird. Die Zyklen sind nicht identisch, sodass sich die Zahlen nicht eins zu eins vergleichen lassen — aber der Sprung ist deutlich, besonders bei NOx:
| Emission | Euro V (ESC/ETC) | Euro VI (WHSC/WHTC) |
|---|---|---|
| NOx | 2,0 g/kWh | 0,40 g/kWh (WHSC) / 0,46 (WHTC) |
| Partikelmasse (PM) | 0,02 g/kWh (ESC) / 0,03 (ETC) | 0,010 g/kWh |
| Partikelanzahl (PN) | Nicht festgelegt | 8,0·10¹¹ (WHSC) / 6,0·10¹¹ (WHTC) pro kWh |
Für den Fahrer bedeutet Euro VI, dass das Emissionssystem funktionieren muss: Ist der AdBlue-Tank leer oder sind SCR/Partikelfilter gestört, kann der Bus in den Notbetrieb gehen — und ein defektes System kann die Fahrt in einer Umweltzone rechtswidrig machen. Deshalb gehören AdBlue-Stand und Motorkontrollleuchte zum Abfahrtscheck (siehe diesen Artikel).
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