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Blockieren und Direktzurren

Nutze den Aufbau (EN 12642 L/XL) und zurre direkt

Nicht jede Ladung muss durch Niederzurren heruntergedrückt werden. Das Blockieren gegen den Aufbau und das Direktzurren an Zurrpunkten sind oft stärker und besser geeignet für schwere oder unregelmäßige Ladung. Hier erfährst du, wann und wie du sie einsetzt.

  1. Festigkeit des Aufbaus klären (L oder XL)

    Achte auf die Kennzeichnung DS/EN 12642 L oder XL am Aufbau. Ein L-Aufbau kann mit Stirnwand 0,4 × Nutzlast, Rückwand 0,25 und Seitenwand 0,3 angerechnet werden; ein XL-Aufbau mit 0,5 / 0,3 / 0,4. Ohne Kennzeichnung darfst du den Aufbau nicht als Ladungssicherungselement ansetzen.

    L: vorn/hinten/seitlich0,4 / 0,25 / 0,3 × NutzlastXL: vorn/hinten/seitlich0,5 / 0,3 / 0,4 × Nutzlast
  2. Gegen Stirnwand und feste Teile blockieren

    Stelle die Ladung ganz an die Stirnwand, damit sie nach vorn formschlüssig blockiert ist. Ein XL-Aufbau mit µ ≥ 0,3 und korrekt gestauter Ladung kann in vielen Fällen die volle Ladung ohne zusätzliche Zurrung tragen — das setzt aber voraus, dass die Dokumentation vorliegt.

    Formschluss (Ladung gegen feste Wand) ist stärker als Reibung — nutze ihn, bevor du zurrst.

  3. Hohlräume mit Staupolstern füllen

    Fülle Zwischenräume zwischen Ladeeinheiten mit Stausäcken/Airbags (Dunnage Bags), damit sich die Einheiten gegenseitig blockieren und nicht zusammenrutschen können. Wähle Druckklasse und Größe nach dem Zwischenraum und befolge die Herstellervorgaben.

  4. Stirnwandstangen als Querblockierung einsetzen

    Verwende Teleskop-Ladungssicherungsstangen (Cargo Bars / Load Locks), gespannt zwischen Seitenwänden oder Schienen, um die Last nach hinten zu halten oder die Ladefläche zu unterteilen. Die Haltekraft geht aus dem Datenblatt hervor — sie muss zu der Kraft passen, die die Last ausüben kann.

  5. Direktzurrung für unregelmäßige und schwere Ladung

    Bei Maschinen und unregelmäßiger Ladung zurrst du direkt von den Anschlagpunkten der Ladung zu den Zurrösen der Ladefläche mit Gurten oder Ketten. Hier trägt die Zurrung die Kraft direkt (LC), im Gegensatz zum Niederzurren, bei dem die Reibung genutzt wird.

  6. Kapazität der Zurrpunkte abstimmen

    Prüfe, ob die Zurrösen/Zurrschienen der Ladefläche eine zulässige Belastung haben, die mindestens der LC der Zurrung entspricht — schlag die Kapazität im Datenblatt des Aufbaus nach. Ein zu schwacher Befestigungspunkt ist genauso gefährlich wie ein zu schwacher Gurt.

    Das schwächste Glied der Kette — Gurt, Öse oder Zurrpunkt — bestimmt die tatsächliche Sicherheit.

  7. Geometrie prüfen und zwischendurch kontrollieren

    Setze Direktzurrungen paarweise und mit symmetrischen Winkeln, damit sie gleichmäßig ziehen. Prüfe die gesamte Stauung vor der Abfahrt von allen Seiten visuell und kontrolliere erneut nach den ersten Kilometern und nach einer starken Bremsung.

Quelle

Erstellt nach DS/EN 12195-1:2010 und DS/EN 12642 (Aufbaufestigkeit L/XL), wie in Discebos Vorlage zur Ladungssicherung wiedergegeben.

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