Maueranker verbinden Vormauer- und Hintermauerschale bei Hohlmauerwerk und Verblendschale. Hier findest du die Mindestanzahl je Wandtyp, die Randregeln und wann nichtrostender Stahl gesetzlich vorgeschrieben ist.
Einleitung
Maueranker (Drahtanker) sind ein sicherheitsrelevantes Element: Sie sind die einzige mechanische Verbindung zwischen Vormauerschale und Hintermauerwerk. Anzahl, Lage und Korrosionsschutz sind in EN 1996-1-1 und dem dänischen nationalen Anhang geregelt.
Mindestanzahl je Wandtyp
| Wandtyp | Mind. Sturmklammern/m² | Max. gegenseitiger Abstand |
|---|---|---|
| Zweischaliges Mauerwerk (Kombinationswand) | 4 Stk./m² | 400 mm |
| Verblendmauerwerk (Verankerung) | 2 Stk./m² | 400 mm |
| Doppelwand | 16 Stk./m² | — |
| Massives Mauerwerk (≥ 1/1-Stein) | 16 × Ø4 mm Drahtanker/m² | — |
Biegen und Korrosionsschutz
- 01Biegeradius: mindestens 1,5 × Bügeldurchmesser.
- 02Feuerverzinkte Drahtanker DÜRFEN NICHT gebogen/geradegerichtet werden — die Zinkschicht reißt und der Korrosionsschutz geht verloren.
- 03Feuerverzinkt ist nur in passiver Umgebung (MX1) zulässig.
- 04Edelstahl (A4) ist in mäßig–aggressiver Umgebung (MX2–MX5) erforderlich.
- 05Korrosionsbeständige Anker sind seit 1984 gesetzlich vorgeschrieben.
Die Ankertypen
- 01Drahtanker (Z- oder Ø-/Haarnadelform) — die übliche Verbindung im Hohl- und Verblendmauerwerk, aus nichtrostendem Draht gebogen und in die Lagerfuge eingelegt.
- 02Planbinder — flacher Binder für dünne Fugen und besondere Verbindungen.
- 03Verstellbarer Anker / Gleitanker (Teleskop) — lässt eine senkrechte Bewegung zwischen Vormauer und Hintermauerwerk zu; wird dort eingesetzt, wo sich das Hintermauerwerk setzt oder anders schwindet als die Vormauer (z. B. Betonhintermauer oder große Höhen).
- 04Dämmhalter / Clip — eine Scheibe oder ein Clip auf dem Anker, der die Dämmplatte im Mauerhohlraum gegen die Hintermauer gedrückt hält.
Durchmesser und Einmauerung
Drahtanker gibt es in Durchmessern wie Ø3, Ø4 und Ø5 mm — je größer Belastung und Hohlraum, desto kräftiger der Anker. Der Anker muss sowohl in der Vor- als auch in der Hintermauer gut in die Lagerfuge eingeführt werden, damit er in beiden volle Auflage hat; die erforderliche Einbindetiefe und der zulässige Durchmesser gehen aus der Leistungserklärung (DoP) des Ankers nach DS/EN 845-1 hervor. Der Biegeradius beträgt mindestens 1,5 × Ankerdurchmesser, damit der Draht im Knick nicht geschwächt wird.
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