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Ausdehnung in geschlossenen Heizungsanlagen

Ausdehnungsgefäß und Sicherheitsventil

2026-06-14·11 min Lesezeit

Warum geschlossene Anlagen die Ausdehnung des Wassers aufnehmen müssen, was Ausdehnungsgefäß und Sicherheitsventil leisten und wie das Ausdehnungsvolumen berechnet wird.

Einleitung

Wasser dehnt sich aus, wenn es erwärmt wird. In einer geschlossenen Anlage kann das Wasser nicht entweichen, daher muss die Ausdehnung irgendwo aufgenommen werden — andernfalls steigt der Druck unkontrolliert.

Das Ausdehnungsgefäß

Ein geschlossenes Membran-Ausdehnungsgefäß nimmt die Ausdehnung auf: Wenn sich das Wasser ausdehnt, wird die Membran gegen ein Luft-/Gaspolster gedrückt, sodass der Druckanstieg innerhalb der Grenzen der Anlage gehalten wird.

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Fig. Geschlossene Anlage: Die Wärme des Kessels dehnt das Wasser aus, das Membranausdehnungsgefäß nimmt die Ausdehnung gegen ein Luftpolster auf, und das Sicherheitsventil ist der letzte Schutz gegen Überdruck.

Der Ausdehnungsfaktor e ist keine feste Konstante — er hängt von den Temperaturen ab und wird in einer Tabelle zur Volumenausdehnung von Wasser nachgeschlagen. Die nominelle Behältergröße hängt zudem vom Vor- und Anlagendruck ab (Boyle'sches Gesetz) und wird nach Anweisung des Behälterherstellers dimensioniert.

Das Sicherheitsventil

  • 01Das Sicherheitsventil ist der letzte Schutz gegen Überdruck und bläst bei seinem eingestellten Ansprechdruck ab.
  • 02Es ersetzt nicht das Ausdehnungsgefäß — das Ventil darf im Normalbetrieb nicht ansprechen.
  • 03Der Ablauf vom Ventil muss sicher und sichtbar nach den geltenden Regelwerken verlegt werden.

Behälterdimensionierung Schritt für Schritt

Das Ausdehnungsvolumen ΔV sagt, wie viel Wasser das Gefäß aufnehmen muss — die Nenngröße V_n des Gefäßes ist aber größer, weil das Luftpolster hinter der Membran nach dem Gesetz von Boyle (p · V = konstant) komprimiert wird und weil eine kleine Wasserreserve vorhanden sein muss, damit die Membran nie ganz leerläuft. Der Zusammenhang ist die Standardformel der Gefäßhersteller:

  • 01Vordruck p_0: wird nach der statischen Höhe der Anlage eingestellt — als Faustregel die Höhe in Metern vom Gefäß bis zum höchsten Punkt der Anlage geteilt durch 10 (+ ca. 0,2 bar in der Praxis), mindestens jedoch ca. 1,0 bar.
  • 02Fülldruck: die Anlage wird auf etwas über den Vordruck gefüllt, sodass von Anfang an eine Wasserreserve auf der Membran steht.
  • 03Max. Druck p_e: wird mit Abstand unterhalb des Ansprechdrucks des Sicherheitsventils gewählt, damit das Ventil bei normaler Aufheizung nicht abbläst.
  • 04Wasserreserve V_v: ein kleiner Puffer (die Hersteller geben typischerweise einen Mindestwert an), damit die Membran im kalten Zustand nicht völlig leer liegt.

Volumenausdehnung des Wassers e

Das Ausdehnungsvolumen wird als ΔV = V · (e / 100) berechnet, wobei e die relative Volumenausdehnung von Wasser zwischen Füll- und maximaler Betriebstemperatur ist. e ist keine Konstante, sondern ergibt sich aus der Dichte des Wassers, die mit steigender Temperatur abnimmt. Die Tabelle ist anhand von Standard-Dichtedaten mit einer Fülltemperatur von ca. 10 °C berechnet:

Max. BetriebstemperaturRelative Ausdehnung e (ab ~10 °C)
40 °Cca. 0,76 %
50 °Cca. 1,18 %
60 °Cca. 1,68 %
70 °Cca. 2,24 %
80 °Cca. 2,87 %
90 °Cca. 3,56 %

Die Werte sind als (ρ_fylde / ρ_maks − 1) · 100 aus der Dichte des Wassers bei den beiden Temperaturen berechnet (z. B. ergeben 999,7 kg/m³ bei 10 °C und 977,8 kg/m³ bei 70 °C 2,24 %). Ist die Fülltemperatur eine andere, ändern sich die Zahlen entsprechend. (Quelle: physikalische Stoffdaten für Wasser; VDI 2035.)

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