Ladungssicherung
Niederzurren (Reibungszurren) Schritt für Schritt
Von den Bemessungskräften bis zum gespannten Gurt und Nachspannen
Niederzurren hält die Ladung fest, indem es sie auf die Ladefläche drückt und so die Reibung erhöht. Die Methode wird nach DS/EN 12195-1:2010 bemessen. Hier ist der gesamte Ablauf von den Bemessungskräften bis zum nachgespannten Gurt — die Berechnung der Anzahl machst du im Ladungssicherungsrechner.
Die Kräfte kennen, gegen die die Ladung gesichert werden muss
Die Ladung muss gegen 0,8 g nach vorn (Bremsung), 0,5 g zur Seite und 0,5 g nach hinten gehalten werden können, mit den Sicherheitsfaktoren f_s = 1,25 nach vorn und 1,1 seitlich/nach hinten und dem vertikalen Koeffizienten c_z = 1,0. Die Vorwärtsrichtung ist maßgebend, weil die Bremskraft am größten ist.
Vorwärts0,8 g (f_s 1,25)Seitlich / nach hinten0,5 g (f_s 1,1)Reibung µ realistisch einschätzen
Die Reibung wiegt in der Formel am schwersten: Je höher µ, desto weniger Zurrmittel. Lies einen realistischen Wert für die Materialpaarung ab (z. B. Schnittholz ↔ Sperrholz ≈ 0,45, Holz ↔ Stahl ≈ 0,30) und wähle bei Feuchtigkeit oder glatten Oberflächen konservativ. Eine Antirutschmatte erhöht µ auf ca. 0,6.
Holz ↔ Stahl≈ 0,30Rutschfest≈ 0,60Last zuerst platzieren und blockieren
Stelle die Ladung ganz an die Stirnwand und dicht aneinander, damit sie in Fahrtrichtung blockiert ist, bevor du zurrst. Lege Antirutschmatten unter, wo der Untergrund glatt ist. Je mehr sich die Ladung selbst hält, desto weniger muss die Zurrung leisten.
Gurt im richtigen Winkel überlegen
Lege den Gurt so über die Ladung, dass der vertikale Zurrwinkel α möglichst nahe bei 75–90° liegt. Ein fast waagerechter Gurt erzeugt nur eine kleine nach unten gerichtete Vorspannkomponente und wirkt schlecht als Niederzurrung.
Zurrwinkel αoptimal 75–90°LC und STF auf dem Etikett des Gurts ablesen
Lies die Lashing Capacity (LC) und die Vorspannkraft STF direkt vom Etikett des Gurts ab (EN 12195-2). Rate diese Werte niemals — auf ihnen baut die Berechnung auf, und sie müssen bei einer Kontrolle nachgewiesen werden können.
Verwechsle niemals LC (Zurrgurte, EN 12195-2) mit WLL von Hebezeug.
Anzahl der Zurrungen berechnen
Berechne die erforderliche Anzahl mit der Niederzurr-Gleichung aus DS/EN 12195-1 (EQ10): n = ( m · f_s · (c_xy − µ·c_z) · g ) / ( 2 · µ · STF · sin α ). Verwende den Discebo-Rechner «Ladungssicherung» — er rundet konservativ auf und zeigt an, ob die Reibung allein ausreicht oder ob die Zurrung physikalisch unmöglich ist.
Ist (c_xy − µ·c_z) ≤ 0, hält die Reibung allein gegen Rutschen — aber zurre trotzdem gegen Kippen und unbeabsichtigtes Verschieben.
Mit der Ratsche spannen und die Kanten schützen
Ziehe den Ratschenspanner an, bis der Gurt seine STF erreicht, und bringe Kantenschützer an allen scharfen Ecken an, über die der Gurt läuft. Die Kantenschützer schützen sowohl Gurt als auch Ladung und unterstützen die Vorspannung rundherum.
Zwischendurch nachziehen und dokumentieren
Prüfe die Gurte nach ca. 50–100 km (die Ladung setzt sich) und nach jeder starken Bremsung oder unerwarteten Fahrmanöver und ziehe sie nach. Bewahre den Zurrplan/die Berechnung als Nachweis für Straßenkontrollen auf.
Erstes Nachspannennach ca. 50–100 km
Quelle
Erstellt nach DS/EN 12195-1:2010 (Bemessungsbeschleunigungen, EQ10) und EN 12195-2 (Kennzeichnung), wie in Discebos Artikel und Rechner zur Ladungssicherung zitiert.
Videos von NDLA
Video-Anleitung· Ton auf Norwegisch
Transport: Forspenning av lastestropp
Quelle
NDLA
«Transport: Forspenning av lastestropp» · Fotograf: Tom Knudsen
Lizenz: CC BY-ND 4.0 · Original bei NDLA ↗
Unverändert in der Originalsprache mit den eigenen Untertiteln der Quelle gezeigt. Das Video zeigt die norwegische Praxis — die Methode ist oft dieselbe, aber Regeln und Normen können von den dänischen abweichen.
Darf nicht bearbeitet werden: Die Lizenz erlaubt nur, das Video unverändert zu zeigen. Es wird daher weder synchronisiert noch geschnitten oder übersetzt.