DS/INSTA 800 ist die zentrale Norm für Reinigungsqualität in Skandinavien. Sie misst, wie sauber es NACH der Reinigung ist — nicht, wie oft gereinigt wird. Hier findest du die Prinzipien, die fünf Qualitätsniveaus, die Objektgruppen und Verschmutzungsarten, ein Kontrollverfahren Schritt für Schritt und die Rollenverteilung zwischen Auftraggeber, Dienstleister und unabhängigem Kontrolleur.
Einleitung
DS/INSTA 800 ist eine gemeinsame nordische Norm zur Festlegung und Bewertung von Reinigungsqualität. Sie erschien erstmals am 1. September 2000, die jüngste Revision ist die 4. Ausgabe vom Frühjahr 2018 (mit Berichtigungsblatt 2019). Das zentrale Prinzip lautet, dass man das Ergebnis misst — wie sauber es nach der Reinigung ist — statt der Frequenz, also wie oft gereinigt wird. Damit wird die Qualität zu etwas, das Kunde und Dienstleister auf derselben Grundlage vereinbaren, dokumentieren und überprüfen können.
Die Norm ist heute in zwei Teile geteilt. Teil 1 (DS/INSTA 800-1) legt das System selbst fest, um Reinigungsqualität zu vereinbaren und zu bewerten. Teil 2 (DS/INSTA 800-2) beschreibt die Kompetenzanforderungen und eine freiwillige Personenzertifizierung derer, die die Qualität bewerten. Im Folgenden gehen wir die Prinzipien durch — beachte aber, dass die genauen Grenzwert- und Stichprobentabellen bei Dansk Standard lizenzgeschützt sind und in eurer eigenen Lizenz nachgelesen werden müssen.
Zwei Messprinzipien — Sichtkontrolle und objektive Messung
Die Norm beruht auf zwei Messprinzipien, die einzeln oder zusammen verwendet werden können. Am üblichsten ist die visuelle Kontrolle, bei der der Kontrolleur systematisch nach Verunreinigungen an den Objektgruppen im vereinbarten Licht sucht. Das zweite ist die objektive Messung, bei der man mit einem Instrument eine physikalische Größe misst — typischerweise die Menge an Staub oder Partikeln auf einer Fläche — sodass das Ergebnis nicht vom Auge abhängt.
| Prinzip | So wird es gemacht | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| Sichtkontrolle | Der Prüfer beurteilt die Objektgruppen auf sichtbare Verschmutzungsarten und zählt die Verbindungen. | Die allermeisten Raumtypen: Büro, Schule, Einrichtung, Gemeinschaftsflächen. |
| Objektive Messung | Instrumentenmessung eines physikalischen Parameters, z. B. der Staub-/Partikelmenge auf einer Fläche (Messgerät, Abklatsch). | Wo verschärfte Anforderungen gestellt werden oder wo eine visuelle Beurteilung diskutabel sein kann (z. B. Reinräume, Labore, hygienekritische Bereiche). |
Die fünf Qualitätsstufen
Die Norm verwendet 5 Qualitätsniveaus, 1–5, wobei 1 das niedrigste und 5 das höchste ist. Das Niveau wird nach der Funktion des Raums gewählt und zwischen den Parteien vereinbart — es ist NICHT die Norm, die bestimmt, dass ein bestimmter Raum ein bestimmtes Niveau haben muss. Ein Archiv oder Technikraum kann auf ein niedriges Niveau vereinbart werden, während ein Operationssaal oder ein Reinraum ein hohes verlangt. (Beachte: einzelne ältere/sekundäre Darstellungen sprechen von '6 Niveaus (0–5)'. Die offiziellen Quellen geben konsequent 1–5 an.)
| Niveau | Note | Typische Raumtypen (immer konkret zu vereinbaren) |
|---|---|---|
| 1 | Am niedrigsten | Selten benutzte Räume: Archiv, Lager, Technikraum, Kellergänge. |
| 2 | Niedrig | Lager, Treppen, sekundäre Verkehrsflächen. |
| 3 | Zwischen | Normale Büros, Klassenräume, Besprechungsräume. |
| 4 | Hoch | Repräsentative Flächen, Empfang, hygienesensible Räume, viele Bettenstationen. |
| 5 | Am höchsten | Hygienekritische Räume: Operationssäle, Sterilgutversorgung, Reinräume, Labore. |
Objektgruppen und Verschmutzungsarten
Ein Raum wird in vier Objektgruppen unterteilt, die jeweils einzeln bewertet werden: Inventar, Wände, Boden und Decke. Bei jeder Gruppe achtet man auf bestimmte Verschmutzungsarten.
| Verunreinigungsart | Was es ist |
|---|---|
| Abfall | Verunreinigungen, die aufgenommen werden können. |
| Loser Schmutz | Kleinere Partikel, die sich nicht ohne Weiteres wegfegen/wegwischen lassen. |
| Staub | Feine Schicht, die aufgewirbelt werden kann. |
| Flecken | Trockene oder festsitzende nasse Verunreinigungen (kein Bauschaden). |
| Flächenschmutz | Schmutz über einen nicht näher abgegrenzten Bereich. |
| Verbindungen | Konzentration desselben Verschmutzungstyps innerhalb von 0,5 × 0,5 m einer Objektgruppe. |
Die Norm unterscheidet außerdem zwischen Verunreinigungen auf zugänglichen und weniger zugänglichen Flächen — also danach, ob die Verunreinigung an einer Stelle sitzt, die bei der normalen Reinigung leicht erreicht werden kann, oder an einer Stelle, die zusätzlichen Zugang erfordert (z. B. oben auf hohen Schränken). Das hat Bedeutung dafür, wie streng eine gefundene Verunreinigung in der Bewertung gewichtet wird.
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