Zwei Rohre so zu verbinden, dass sie über Jahrzehnte dicht halten, ist das Fundament des SHK-Berufs. Hier gehen wir die vier großen Verbindungstechniken durch — Hart- und Weichlöten von Kupfer, Pressfittings, Gewindeverbindungen von Stahlrohren und Schweißen — dazu die Materialwahl gegen galvanische Korrosion und im Hinblick auf Temperatur/Druck sowie die Sicherheitsregeln, die zu Heißarbeiten gehören.
Einleitung
Egal, wie gut eine Anlage dimensioniert ist, sie steht und fällt mit den Verbindungen. Eine undichte Lötmuffe oder eine schlecht geschnittene Gewindeverbindung kostet mehr als die gesamte übrige Arbeit zusammen, wenn die Wand einmal geschlossen ist. Deshalb ist die Rohrverbindung das, was ein Lehrling zuerst übt und ein Geselle nie aufhört zu verfeinern. Die vier dominierenden Techniken sind Löten, Pressen, Gewinde und Schweißen — jede mit ihrem Material, ihrem Werkzeug und ihren Fallstricken.
Materialwahl — was den Rohrtyp bestimmt
Bevor du die Verbindungsmethode wählst, wählst du das Material. Kupfer ist der Klassiker für Heizung und Trinkwasser; Edelstahl und verchromter Stahl werden für Presssysteme verwendet; verzinkter und schwarzer Stahl für Gewinde und für Heizungsanlagen; PEX, PE-RT und PP für Verteilerrohre und Fußbodenheizung. Die Wahl richtet sich nach Medium (Trinkwasser, Heizung, Gas, Abwasser), Temperatur, Druck, Korrosionsverhältnissen und danach, ob das Rohr verdeckt oder frei liegt.
- 01Kupfer (DS/EN 1057) — Trinkwasser und Heizung; wird gelötet oder gepresst; verträgt hohe Temperaturen, ist aber empfindlich gegenüber Erosionskorrosion bei hoher Wassergeschwindigkeit (siehe »Wassergeschwindigkeit im Rohr«).
- 02Edelstahl / verchromter Stahl — Presssysteme für Trinkwasser und Heizung; korrosionsbeständig und hygienisch.
- 03Verzinkter Stahl und Schwarzstahl (DS/EN 10255) — Gewinderohre für Heizung und Gas; Schwarzstahl darf nicht für Trinkwasser verwendet werden.
- 04PEX / PE-RT / PP — flexible Kunststoffrohre für Verteilung und Fußbodenheizung; werden mit Pressverbindung, Schiebehülse oder Schweißen verbunden; begrenzt durch die Druck-/Temperaturklasse.
Löten von Kupfer — weich und hart
Löten verbindet Kupferrohre durch Kapillarwirkung: Das geschmolzene Lot wird in den schmalen Spalt zwischen Rohr und Fitting gesogen und erstarrt zu einer dichten, festen Verbindung. Die Grenze zwischen den beiden Arten liegt beim Schmelzpunkt des Lotes: Weichlöten geschieht unter 450 °C, Hartlöten über 450 °C. Die Definition folgt EN ISO 857-2.
| Eigenschaft | Weichlöten | Hartlöten (Schlaglöten) |
|---|---|---|
| Temperatur | unter 450 °C | über 450 °C (oft 600–750 °C) |
| Lot | bleifreie Zinnlegierung (z. B. Zinn-Kupfer, Zinn-Silber) | Kupfer-Phosphor (CuP) oder silberhaltiges Lot |
| Festigkeit | niedriger — für kleinere Dimensionen und niedrigere Drücke | hoch — auch größere Dimensionen und höhere Belastung |
| Flussmittel | immer notwendig | CuP auf Kupfer-Kupfer kommt ohne Flussmittel aus; auf Messing/Bronze sind Flussmittel + Silberlot erforderlich |
| Typische Verwendung | Brauchwasser in kleineren Kupferdimensionen | Wärme, größere Dimensionen, mechanisch beanspruchte Verbindungen |
Unabhängig vom Typ ist die Vorbereitung gleich und entscheidend: Das Rohrende wird rechtwinklig abgeschnitten (Rohrabschneider, keine Metallsäge, damit keine Grate entstehen), innen und außen entgratet, und sowohl Rohr als auch Muffe werden mit Stahlwolle oder Schleifvlies blank geputzt. Das Flussmittel wird in einer gleichmäßigen Schicht aufgetragen, Rohr und Fitting werden zusammengesteckt, und es wird gleichmäßig ringsum erwärmt, bis das Lot von selbst in den Spalt fließt. Überschüssiges Flussmittel wird anschließend abgewischt — Flussmittelreste sind sauer und können das Kupfer angreifen.
- 01Bleifreies Lot ist bei Trinkwasser gesetzlich vorgeschrieben — verwende niemals altes bleihaltiges Zinn an Brauchwasser.
- 02Zu viel Hitze brennt das Flussmittel weg, bevor das Lot schmilzt, und die Verbindung wird undicht — erwärme kontrolliert.
- 03Das Lot muss durch Kapillarwirkung eingezogen werden, nicht wie bei einer Schweißung von außen aufgetragen werden.
- 04Beim Löten nahe an Ventilen mit Gummi/Dichtungen: Baue das Innenleben aus oder kühle, damit die Hitze es nicht zerstört.
Nur für Mitglieder
Rest des Artikels ist gesperrt
Lege einen kostenlosen Zugang an, um alle Artikel, Rechner, Vorlagen und das Sortiment freizuschalten — und Zugriff auf Quizze und Klassen zu erhalten. Es dauert unter einer Minute: Name, E-Mail und ein Passwort. Keine Zahlungskarte.
Willst du zuerst etwas ausprobieren? Sieh, was du ohne Konto nutzen kannst — der Junior-Bereich, das Lexikon, die Videos und mehr.