Das Lesen und Erstellen von Zeichnungen ist ein ausdrückliches Kompetenzziel und die Voraussetzung für jede Projektierung. Wir gehen das Prinzipschema, den Rohrführungsplan und die Isometrie durch, die DN-Bezeichnung (DS/EN ISO 6708), die standardisierten SHK-Symbole (DS/EN ISO 4067) sowie erste Schritte in IKT/BIM und CCS-Codierung.
Einleitung
Alle anderen Artikel handeln davon, eine Anlage zu BERECHNEN — aber bevor du rechnen kannst, musst du die Anlage auf einer Zeichnung LESEN können, und danach musst du dokumentieren, was du gebaut hast. Die Zeichnung ist die gemeinsame Sprache des Fachs zwischen Planer, Installateur und Baubehörde, und es gibt sie in mehreren Formen, die jeweils etwas anderes zeigen.
Zeichnungsarten — jede zeigt ihr Eigenes
- 01Prinzipschema (Schema): eine schematische Darstellung der Funktion der Anlage — Kessel, Pumpe, Wärmetauscher, Ventile, Behälter und deren Verbindung untereinander. Es ist NICHT maßstabsgetreu und zeigt nicht, wo die Bauteile physisch sitzen; es zeigt, wie die Anlage funktioniert. Fehlersuche und Verständnis beginnen hier.
- 02Rohrleitungsplan/Grundriss: die Rohre maßstabsgetreu in den Grundriss des Gebäudes eingezeichnet und so platziert, dass man sieht, wo sie im Verhältnis zu Wänden, Räumen und anderen Installationen verlaufen.
- 03Isometrie (isometrische Zeichnung): eine räumliche, schrägprojizierte Darstellung, die die Rohrführung in allen drei Richtungen gleichzeitig zeigt — waagerecht vor/zurück und senkrecht auf/ab — ohne dass etwas hinter etwas anderem verborgen wird.
- 04Schnitte und Details: Schnittdarstellungen und Nahaufnahmen zum Beispiel eines Verteilerschachts, eines Wärmetauschers oder eines Nassraumanschlusses.
Die Isometrie — deshalb ist sie so nützlich
Die Isometrie wird typischerweise mit Achsen von 30° gezeichnet, sodass die drei Raumrichtungen gleich deutlich werden. Sie ist nicht in derselben Weise maßstabsgetreu wie ein Grundriss, aber die Proportionen werden eingehalten, und jede Rohrstrecke, jeder Bogen und jede Abzweigung lässt sich eindeutig ablesen. Genau deshalb wird die Isometrie für Strangschemata (wo wird der Strang durch die Geschosse geführt?) und für die Materialauszählung verwendet — man kann Fittings zählen und Rohrlängen direkt aus der Zeichnung abgreifen. Für einen Installateur ist die Fähigkeit, eine Isometrie zu lesen und zu skizzieren, eine Kernkompetenz.
DN — die Nennweite
Bauteile und Rohre werden mit einer DN-Bezeichnung (Diameter Nominal) spezifiziert, definiert in DS/EN ISO 6708. DN ist eine dimensionslose, gerundete Größe, die ungefähr dem Innendurchmesser in Millimetern entspricht — sie ist aber eben nur eine Bezeichnung, kein präzises Maß. DN 15 ist nicht notwendigerweise 15 mm im Inneren, und verschiedene Materialien mit demselben DN können unterschiedliche tatsächliche Maße haben (siehe »Rohrinhalt — wie viel Wasser steht in der Anlage«). DN dient dazu, Bauteile, Ventile und Fittings zu bestellen und aufeinander abzustimmen, damit sie zusammenpassen — nicht dazu, Querschnitte zu berechnen.
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